Flughafen mit Salamitaktik an seiner Baustelle

Zu der heutigen Pressemitteilung des Flughafens unter dem Titel: „Extraschichten für die Bautrupps…“ nehme ich wie folgt Stellung:
„Dieses sogenannte Update des Flughafens hat es für viele Anwohnerinnen und Anwohner in sich. Ende 2017 hat der Flughafen mit Riesenaufwand und bunten Broschüren verkündet, wie „schonend“ man die Bahnsanierung hinbekomme. Nur am Wochenende von samstags 12:00 Uhr bis sonntags 18:00 Uhr sollte gearbeitet und dann über die kleine Parallelbahn und die Querwindsbahn geflogen werden. Angeblich vorher nicht absehbar und ganz plötzlich wurde im Mai kleinlaut mitgeteilt, dass für ein weiteres Sanierungsprojekt am Kanalentwässerungssystem die große Start‐und Landebahn ab Mitte Juni für 13 Wochen (!) auch in der Woche tagsüber komplett gesperrt ist und zwar montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Sowohl für die Bauzeit der Bahnsanierung am Wochenende als auch für die der Kanalsanierung während der Woche läuft der gesamte Verkehr nun über die beiden anderen Start‐ und Landebahnen, nämlich hauptsächlich die Querwindbahn und mit rund 15% über die kleine Parallelbahn.
Die neuste Entwicklung: Erhebliche weitere Belastungen werden nun durch die Pressemitteilung von heute bekannt! Seit langem behaupten Insider am Flughafen, dass Rollwege und Start‐ und Landebahnen viele Jahre sträflich vernachlässigt wurden. Jetzt räumt der Flughafen ein, dass mit den Sanierungsmaßnahmen wegen deren unterschätzten Umfang erheblich hinterherhinkt. Der Verweis auf Wettergründe geht fehl. Die eingeplanten Puffer für schlechtes Wetter wurden zwar verbraucht, aber nur zu einem geringen Teil wegen Schlechtwetter!Die Sperrzeiten der langen Bahn werden wegen der Sanierung erheblich ausgeweitet, um die Chance zu wahren (vielleicht) noch bis Ende November fertig zu werden. Es rächt sich die mangelnde Investition in die Infrastruktur in dem jahrelangen Regime des ehemaligen Geschäftsführer Garvens und die Anwohner bezahlen den Preis dafür! Geradezu einer weiteren Täuschung der Öffentlichkeit kommt folgende Passage aus der Pressemitteilung gleich: „Keinesfalls möchte der Flughafen den Anwohnern zumuten, die Arbeiten im Frühjahr des kommenden Jahres wieder aufzunehmen und das Projekt erst 2019 abzuschließen.“
Nach meinen Informationen ist es vielmehr so, dass bauausführende Unternehmensgruppe Heitkamp dem Vernehmen nach wegen Folgeaufträgen nicht über Ende 2018 hinaus am Flughafen tätig sein kann. Hinzu kommt, dass für die letzte aufgetragene, fünf Millimeter dünne Deckschicht auf der langen Bahn gutachterlich nur bis Ende 2018 als ausreichend testiert wurde! Der Flughafen täuscht wieder einmal die Öffentlichkeit, wie auch seit Jahren bezüglich seiner Gebührenrabatte für Billigflieger und den Zustand seiner Infrastruktur. Ein guter Nachbar verhält sich so jedenfalls nicht!“

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